Immobilienverwalter und das Bestellerprinzip-Vorteile und Auswirkungen

Was ändert sich für Immobilienverwalter bei der Mietersuche?

Immobilienverwalter können mit neuen Service effizienter arbeiten

Immobilienverwalter können mit neuen Services wie devepo entspannter arbeiten. Quelle: Pixabay.com

 

Wie der Markt die Einführung des Bestellerprinzips annehmen wird, bleibt abzuwarten. Bereits in kurzer Zeit sind eine Vielzahl interessanter und vielversprechender neuer Service-Lösungen vor allem online entstanden.Auch Immobilienverwalter können die neuen Angebote nutzen, um ihre Services zu verbessern. Wie wird das weiter gehen? Ein Blick über die Vorteile und Auswirkungen des neuen Gesetzes:

Vorteile:

  • Wohnungssuchende werden durch Einsparungen von Zusatzkosten bei der Wohnungssuche zukünftig entlastet
  • Vermieter werden ein größeres Spektrum an Interessenten angeboten bekommen, weil sich ansprechende Wohnungen in attraktiven Lagen, die vorher nur für Bewerber erwägenswert waren, in deren Budget auch die Maklercourtage passte, auch anderen leichter zugänglich werden
  • Die zusätzlichen Vermarktungskosten sind für den Vermieter als Werbungskosten steuerlich absetzbar

Auswirkungen für Immobilienverwalter und den Markt

  • auf eine Wohnung werden zukünftig weitaus mehr Bewerber kommen, als es derzeit der Fall ist
  • Bereinigung des Marktes, weil die ca. 30.000 Maklerunternehmen ab sofort mit einer noch härteren Konkurrenz konfrontiert werden und deutlich weniger Einnahmen im Vermietungsgeschäft erzielen werden
  • langfristig hohe Dienstleistungsqualität wird das überzeugendste Argument für Erfolg am Markt werden
  • Das ist förderlich für die Branche und ihr Image. Der im Koalitionsvertrag vereinbarte Fachkundenachweis für Immobilienmakler und Immobilienverwalter wird zu einer weiteren Marktbereinigung und Erhöhung der Qualität führen
  • Ständige Qualitätskontrolle, Verbesserung der Dienstleistungsabläufe und das Erschließen neuer Vermarktungskanäle werden zum Schlüssel für den Unternehmenserfolg für Immobilienverwalter.  Vermieter haben Bedarf an professioneller Unterstützung bei der Vermietung und werden für guten Service auch bereit sein zu bezahlen, wenn das Serviceangebot für sie stimmt. 2,5 Millionen Eigentümern suchen jeden Monat bei ImmobilienScout24 nach eigener Angabe nach Orientierung und Hilfe ihren passenden Mieter zu finden.
  • Vermieter werden die Vermarktung ihrer Objekte zunehmend selbst übernehmen; sie werden dabei überrascht sein, wie hoch der Aufwand bei der Mietersuche sein wird; durchschnittlich 8 Wohnungen werden vor einer Mietentscheidung durch einen Interessenten besichtigt. Dabei sind pro Wohnung durch den Anbieter zwischen 20 und 30 Besichtigungstermine erforderlich. Individuelle Einzeltermine werden dadurch eher selten; Massenbesichtigungen mit Casting-Show-ähnlichen Szenarien sind wahrscheinlicher, weil die Bewerber ihre Vorzüge sicherlich herausstellen müssen, um in der Masse herauszuragen.
  • Dadurch wird sich die Objektpräsentation ändern; die Qualität der Exposés und Präsentationen in Onlineportalen wird  durch private Anbieter nicht mehr so professionell aufbereitet sein, dafür aber um andere Komponenten, wie z.B. persönliche Eindrücke und Erfahrungsberichte von Ex-Mietern bereichert werden. Beispiele dazu können Sie unter dieser Übersicht einsehen.
  • Immobilienverwalter, die Mietverwaltung inkl. der Neusuche von Mietern anbieten, sind teilweise
    schon jetzt an ihrer Kapazitätsgrenze und waren bislang froh, externe Dienstleister kostenlos für ihre Auftraggeber einschalten zu können. Wenn zukünftig auch noch die Immobilienbewerbung aus Kostengründen selbst geleistet werden muss, könnten Qualitätseinbußen die Folge sein.
  • Online-Marktplätze werden diesen Bedarf in weiten Teilen am besten abdecken können
    • Sichtbarkeit und visuelle Präsentation rund um die Uhr zu Zeiten, die dem Interessenten passen, spielen beim ersten Suchen die entscheidende Rolle
    • Individuelle Heraushebung der positiven Erlebnisse anderer Mieter zeitgleich mit der Vernetzung des Angebotes mit den sozialen Netzwerken von Mieter und Vermieter wird die Kontaktpunkte mit den Eigentümern ausweiten und dem Dienstleistungsportfolio der digitalen, neuen Online-Vermittlungsportalen Raum geben
    • Deutsche treffen Entscheidungen am liebsten auf Basis von Empfehlungen anderer, deshalb wird dem Empfehlungsmarketing sowohl für Mieter als auch Vermieter eine zentrale Rolle zukommen.Wie zufrieden andere Nutzer mit der Immobilie oder dem Vermieter sind, wird ebenso eine zunehmende Rolle spielen, wie die Information, über die Zuverlässigkeit und Seriösität des Mieters
    • In den letzten Jahren lag der Anteil von Privatinseraten beim derzeit größten Online-Portal ImmobilenScout24 immer zwischen 8 bis 10 Prozent, obwohl die Insertion für den Laien einfacher wurde – was zeigt, dass zur Vermarktung mehr gehört, als nur eine Online-Anzeige zu schalten. Diesen Aufwand zu leisten, die Qualität zu liefern und den Nutzen darzustellen, wird zunehmend die Aufgabe der Online-Vermittlungsportale. Dabei legen Eigentümer insbesondere Wert auf eine schnelle und professionelle Vermarktung und wollen den richtigen Mieter ohne Aufwand finden.

Das Bestellerprinzip hat also eine Reihe von Auswirkungen für Mieter, Vermieter, Makler aber auch Immobilienverwalter. Doch was genau wird sich am stärksten verändern und wie genau können Sie davon profitieren?

Fazit: Da der Vermieter in Zukunft viel selbst machen muss, wird er sich entweder kompetente Partner wie Makler oder Immobilienverwalter suchen oder die Wohnung selbst vermieten. Das gelingt aber nur, wenn er dazu die richtigen Werkzeuge an die Hand bekommt, damit er Zeit/Aufwand spart und trotzdem qualitativ hochwertige Mieter findet.